Adler vergeben Heim-Matchball gegen Graz
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Erneut hat es Sparkasse Schwaz Handball Tirol verabsäumt, den Sack vorzeitig zuzumachen und den Klassenerhalt zu realisieren. Die Adler verloren das letzte Heimspiel von Thomas Kandolf, Sebastian Spendier, Johannes Demmerer und Tobias Grothues mit 24:25 (10:14) gegen die HSG Holding Graz. Der 6. und finale Spieltag der HLA MEISTERLIGA Abstiegsrunde steigt am kommenden Mittwoch (18:30 Uhr) beim UHC Clickmasters Hollabrunn.
Alles war angerichtet für die große Klassenerhalts-Fete mit den Abschieden von Thomas Kandolf, Sebastian Spendier, Johannes Demmerer und Tobias Grothues. Doch Graz spielte den Partycrasher in der Osthalle, gewann hauchdünn und überholte die Adler damit in der Tabelle. Die Steirer haben nun 15 Punkte, die Tiroler 14. Wie die Ausgangslage am finalen Spieltag (Mittwoch, 18:30 Uhr) sein wird, entscheidet sich am morgigen Samstag, wenn Hollabrunn und Bregenz aufeinandertreffen. So oder so: Es heißt verlieren verboten, damit Sparkasse Schwaz Handball Tirol auch in der kommenden HLA-MEISTERLIGA-Saison erstklassig ist.
Gegen Graz hätten es die Adler klarmachen können, doch die Nerven spielten den Gastgebern in der ersten Halbzeit einen Streich. Zu oft scheiterte man an Gäste-Keeper Thomas Eichberger, zu oft bekam man keinen Zugriff auf Nationalteamspieler Nemanja Belos, der es letztlich auf 13 Treffer bringen sollte. Die Tiroler liefen quasi permanent einem Rückstand hinterher, glichen zunächst aber immer wieder aus. Sebastian Spendier gelang bei seinem letzten Match in der Osthalle nach neun Jahren der 7:6-Führungstreffer (13.). Doch danach blieben die die Hausherren fast neun Minuten ohne Torerfolg, Graz stellte auf 10:7. Sparkasse Schwaz HT tat sich schwer, Tore zu erzielen, die HSG agierte mit etwas mehr Leichtigkeit – zur Pause führten die Steirer mit 14:10. Es wurde aber besser aus Sicht der Adler in der zweiten Hälfte, sowohl in der Offensive als auch in der Defensive.
Dank der starken Abwehrarbeit glich man Mitte der Halbzeit aus, Filip Peric traf zum 19:19 – Thomas Kandolf legte beim Heimfinale das 20:19 nach (47.). Das Momentum war offenbar auf Tiroler Seite. Doch der Schein trog. Wieder vergaben die Adler ihre Chancen, mehrfach war Thomas Eichberger zur Stelle. Gegenüber hielt Tobi Alber die Seinen im Spiel. Nach 53 Minuten lag die HSG Graz mit 23:21 voran, zwei Minuten vor dem Ende erzielte Matic Kotar das 25:23. Filip Peric verkürzte per Siebenmeter. Und die Adler erkämpften sich 20 Sekunden vor dem Ende nochmals den Ball. Der letzte Angriff verpuffte aber, Graz jubelte in der Osthalle.

Stimmen:
Christoph Jauernik (Trainer Sparkasse Schwaz HT): „Wir hatten eine erste Halbzeit, in der wir Torchancen nicht reinbringen, nur zehn Tore werfen, uns in der Abwehr auch nicht ganz gut an die Absprache halten konnten. Das haben wir in der zweiten Halbzeit deutlich verbessert, eine starke Abwehr hingestellt, waren auch im Angriff ein bisschen effektiver und haben so den Rückstand aufgeholt, gingen dann in Führung. Das hat die Mannschaft super gemacht in der Phase und dann schaffen wir es leider nicht, uns auf plus zwei oder plus drei abzusetzen, also diesen Lauf durchzuziehen, das Gegenteil ist der Fall. Wir liegen dann wieder im Rückstand, arbeiten uns wieder ran, haben noch den letzten Ball in Überzahl und bringen den Ball am Ende nicht über die Linie. Unglaublich bitter, es nützt uns trotzdem nichts, darüber zu viel zu reflektieren, sondern wir müssen nach vorne schauen und am Mittwoch die nötigen zwei Punkte einfahren. Wir hatten uns diese Matchbälle erarbeitet, wir hätten das in Bregenz lösen können, wir gehen mit minus 1 raus, heute gehen wir erneut mit minus 1 raus. Wir müssen in Hollabrunn die 100-prozentige Bereitschaft zum Kämpfen haben und müssen trotzdem auch klar in unseren Aktionen sein, dann werden wir dort bestehen – ich bin überzeugt vom Klassenerhalt.“
Risto Arnaudovski (Trainer HSG Holding Graz): „Ich bin jetzt seit ein paar Wochen hier und habe gemerkt, wie viel Leidenschaft, Emotion, Kampfgeist und Herz dieser Verein und diese Mannschaften haben. Genau das haben wir alles heute reingeworfen, um diesen Sieg zu holen. Das war ein unglaubliches Spiel, das so viel Nerven gekostet hat. Und genau dieser Wille, diese Leidenschaft haben vielleicht am Ende den Unterschied ausgemacht. Es war so knapp, wir haben es zum Glück geschafft, den Sieg über die Zeit zu bringen. Wir werden unser letztes Spiel gegen Bregenz auch noch gewinnen, wir haben es einfach verdient, in der HLA MEISTERLIGA zu bleiben.“

HLA MEISTERLIGA Abstiegsrunde, 5. Spieltag
Sparkasse Schwaz Handball Tirol vs. HSG Holding Graz
Ergebnis: 24:25 (10:14)
Zuschauer: 600, Osthalle Schwaz
Tore HT: Peric (9), Prader (5), Petrusic (4), Spendier (3), Grothues (1), Kandolf (1), Wagner (1)
Beste Torschützen Graz: Belos (13), Kotar (4), Offner (2), Schranz (2)
Men of the Match: Tobias Alber (HT) & Thomas Eichberger (Graz)
Schiedsrichter: Brkic/Jusufhodzic
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